Ausbeutung und Verwüstung der Weltmeere: Aktion

 

AKTION

 

  • Die Vereinten Nationen haben sich am 25. September 2015 auf 17 Nachhaltigkeitsziele geeinigt. Ziel Nummer 14 lautet: Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.
  • Vom 11. bis 15. Mai 2009 fand im indonesischen Manado die erste Welt-Ozean-Konferenz statt. An ihr nahmen 5000 Wissenschaftler, Umweltschützer und Regierungsvertreter aus 87 Staaten teil. Die Staats- und Regierungschefs unterzeichneten einen Aktionsplan, der Meeresverschmutzung reduzieren, zerstörerische Fischfangmethoden unterbinden und Schutzzonen einrichten soll, damit sich der Fischbestand erholt.
  • Vom 5. bis 9. Juni 2017 fand in New York die erste UN-Ozean-Konferenz statt. Die Staaten wollen sich auf freiwillige Aktionen zum Meeresschutz verständigen.
  • Die UN-Mitgliedsstaaten haben sich am 4. März 2023 nach jahrelangen Verhandlungen auf den Text für das erste internationale Hochseeabkommen zum Schutz der Weltmeere geeinigt.
  • Wie der WWF zum Tag der Ozeane am 8. Juni 2023 mitteilte, sprechen sich neben Deutschland bereits Chile, Costa Rica, Ecuador, die föderierten Staaten von Mikronesien, Fidschi, Frankreich, Neuseeland, Palau, Panama, Samoa, Spanien, Vanuatu und Finnland für ein Moratorium, eine vorsorgliche Pause oder ein Verbot von kommerziellen Tiefseebergbauaktivitäten aus. Bisher war der großflächige Abbau von sogenannten Manganknollen auf dem Meeresboden in 4000 bis 6000 Metern Tiefe, die über Millionen Jahre hinweg entstehen und mineralische Rohstoffe wie Mangan, Kobalt, Kupfer und Nickel enthalten, nicht erlaubt. Nachdem es nach dem durch den Antrag des pazifischen Inselstaates Nauru auf Tiefseebergbau ausgelösten und am 9. Juli 2023 abgelaufenen Zweijahresfrist nicht gelungen ist, Regularien für den Tiefseebergbau, einen sogenannten Mining Code, zu formulieren, können jetzt erstmals entsprechende Anträge bei der Internationalen Meeresbodenbehörde (International Seabed Authority, ISA) gestellt werden. Nach dem UN-Seerechtsübereinkommen (Unclos), das 1994 in Kraft trat und aus dem die ISA entstand, gehören die in internationalen Gewässern lagernden Bodenschätze zum „gemeinsamen Erbe der Menschheit“, das heißt auch ihre Ausbeutung muss allen Ländern zugutekommen.
  • Am 16. Juli 2015 unterzeichneten die Anrainer der Arktis, USA, Russland, Kanada, Dänemark für Grönland und Norwegen, ein Abkommen, wonach in einer 2,8-Millionen-Quadratmeter-Zone rund um den Nordpol die kommerzielle Fischerei verboten ist. Auf dieser Grundlage wollen die Arktis-Länder weitere Staaten dazu bringen, den unregulierten Fischfang im Polarmeer zu stoppen.
  • US-Präsident Barack Obama erklärte am 21. Dezember 2016 große Gebiete in der Arktis und im Atlantik zu Schutzzonen, für die keine neuen Lizenzen für Öl- und Gasbohrungen vergeben werden dürfen. Die neuen Schutzzonen in der Arktis umfassen eine Fläche von mehr als 50 Millionen Hektar und sind damit ungefähr so groß wie Spanien, außerdem wurden 31 unterseeische Täler im Atlantik unter Schutz gestellt. Obama traf die Entscheidung in Abstimmung mit der kanadischen Regierung, die gleichzeitig ihre Hoheitsgewässer in der Arktis zum Schutzgebiet erklärte.
  • 24 Länder und die Europäische Union beschlossen am 28. Oktober 2016 zum Abschluss der der Konferenz der Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources, CCAMLR), in der Antarktis nahe dem Südpol die mit rund 1,8 Millionen Quadratkilometern größte Meeresschutzzone der Welt einzurichten. Auf dem Gebiet, das viermal so groß wie Deutschland ist, wird der kommerzielle Fischfang künftig verboten. Das Abkommen trat im Dezember 2017 in Kraft und gilt zunächst für 35 Jahre. Über den Vorschlag, drei weitere Schutzgebiete auszuweisen, die sich über eine Fläche von insgesamt fast vier Millionen Quadratkilometern erstrecken – in der Ostantarktis, bei der Antarktischen Halbinsel und im artenreichen Weddelmeer (dieser Vorschlag wurde von Deutschland erarbeitet und von der Europäischen Union eingereicht) – konnte auch im Jahr 2022 noch keine Einigung erreicht werden.
  • Am 27. August 2016 wiesen die USA mit dem Papahānaumokuākea Marine National Monument vor Hawaii das bis dato größte Meeresschutzgebiet der Erde aus.
  • Am 9. Januar 2019 wurde vor der antarktischen Küste das Meeresschutzgebiet Rossmeer geschaffen, mit 1,55 Millionen Quadratkilometern größte Meeresschutzgebiet der Welt.
  • Die Regierung der Seychellen hat zwei neue Meeresschutzgebiete angekündigt, die insgesamt eine Fläche von etwa 210.000 Quadratkilometern abdecken – nur etwas weniger als die Insel Großbritannien. Die Etablierung der Schutzgebiete soll in zwei Phasen erfolgen: Die erste Phase wird um die 75.000 Quadratkilometer im Bereich der Aldabra-Gruppe umfassen, die zu den Outer Islands der Republik gehören. Die zweite Phase wird dann weitere 135.000 Quadratkilometer mit einbeziehen. Insgesamt macht die so geschützte Fläche dann etwa 16 Prozent der Hoheitsgewässer des Landes aus. Das Vorhaben ist Teil eines ambitionierten Projekts, dessen Ziel es ist, bis zum Jahr 2022 insgesamt fast 415.000 Quadratkilometer des Landes unter Schutz zu stellen.
  • Bislang legen Europas Fischereiminister jedes Jahr in der Woche vor Weihnachten die Fangquoten für das neue Jahr fest. Bislang sind sie dabei aber nicht an die Vorschläge des Internationalen Rates zur Erforschung der Meere (ICES) gebunden. Im Dezember 2012 jedoch ist beschlossen worden, dass dies ab 2020 zu geschehen habe. Von da ab sollen Europas Gewässer nachhaltig befischt werden. Auch der Beifang, der in den Netzen landet und jetzt einfach zurück ins Meer geworfen wird, soll künftig mit an Land gebracht und auf die Fangquoten angerechnet werden. Im Mai 2013 haben sich die Vertreter der 27 EU-Staaten, des Europaparlaments und der EU-Kommission auf eine Reform der gemeinsamen Fischereipolitik geeinigt. Bis 2020 sollen die Fischbestände ein Niveau erreichen, auf dem sie langfristig stabil sind. Das Zurückwerfen von ungewollt gefangenem Fisch ins Meer soll nur noch in Ausnahmefällen erlaubt sein. Doch reichen diese Maßnahmen kaum aus, um die Ausbeutung der Weltmeere wirksam einzudämmen, wird doch ein Großteil des in Europa konsumierten Fischs aus Afrika und Asien importiert.
  • Die in den Niederlanden ansässige europäische Initiative „The Embassy of the North Sea“ setzt sich dafür ein, dass die Nordsee bis 2030 als juristische Person anerkannt wird und mit einem Sitz im Parlament vertreten ist.
  • Das Kabinett der Bundesregierung hat am 14. September 2022 mit der Ernennung von Sebastian Unger erstmals einen Meeresbeauftragen bestellt.
  • World Wide Fund For Nature (WWF). Der WWF wird die bislang unbeobachtete illegale Fischerei auf hoher See ab sofort mit modernster Satellitentechnik verfolgen und transparent machen; ein vom WWF entwickelte und am 26. September 2012 in Berlin vorgestellte Monitoringprogramm nutzt dazu die Positionsdaten des in der weltweiten Schifffahrt üblichen automatischen Identifikationssystems AIS.
  • Viele Naturschützer haben sich in der im Jahr 2004 gegründeten Deep Sea Conservation Coalition (DSCC) zusammengeschlossen, darunter Greenpeace, Oceana und BirdLife International. Hauptziel der Organisation ist die Errichtung eines globalen und dauerhaften Moratoriums zum Schutz der Tiefseegewässer. Die UN-Generalversammlung ist dem diesbezüglichen Aufruf bisher nicht nachgekommen.
  • Die 1977 von Paul Watson, einem Mitbegründer von Greenpeace, ins Leben gerufene Organisation Sea Shepherd Conservation Society hat sich dem Schutz der Meere und ihrer Bewohner verschrieben und geht gegen Walfang und illegale Fischerei vor.
  • Deadline: Das Meer will leben“. Eine Kampagne zum Schutz der Weltmeere.
  • Die US-Amerikanerin Sylvia Earle hat die Organisation Mission Blue gegründet. Mit ihr vergibt sie die Auszeichnung „Hope Spots“, Hoffnungsflecken, für nachhaltiges Wirtschaften; Küsten- oder Inselbewohner und ihre Verwaltungen sollen für ihren vorbildlichen Gewässerschutz gewürdigt werden. Bis 2020 will Earle auf diese Weise weltweit 20 Prozent des Meeres ausgezeichnet haben. Noch (2016) sind es vier Prozent.
  • Seit 1989 engagiert sich die in der Schweiz ansässige Organisation OceanCare für die Ozeane und ihre Bewohner. Mit Forschungs- und Schutzprojekten, Kampagnen, Umweltbildung sowie dem Einsatz in internationalen Gremien unternimmt die Organisation konkrete Schritte zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Weltmeeren. Seit 2011 ist OceanCare UN-Sonderberaterin für Fragen im Meeresschutz.
  • Der gemeinnützige Verein The Blue Mind möchte – gemäß seinem Motto „Meer verstehen“ – Menschen durch hochwertige Bildung zum Schutz der Ozeane anregen.
  • Um das überaus empfindliche Ökosystem der Tiefsee und die Fischbestände zu schützen, empfehlen Wissenschaftler um Rashid Sumaila von der University of British Columbia in Vancouver in einem im Februar 2015 im Fachblatt „Scientific Reports“ veröffentlichten Artikel den Stopp der Hochseefischerei.
  • Deep Sea Mining Campaign (DSMC), die Kampagne gegen den Tiefseebergbau, will verhindern, dass sich der Tiefseebergbau als Industrie durchsetzt. Sie konzentriert sich dabei vor allem auf den pazifischen Raum.
  • „Drawing the Pacific Blue Line – Deep Sea Mining is Not Needed, Not Wanted, Not Consented!“ Unter diesem Titel fordert der zivilgesellschaftliche und kirchliche Zusammenschluss Pacific Blue Line Collective ein weltweites Verbot des Tiefseebergbaus.
  • Informationen zum Widerstand gegen den Tiefseebergbau in Ozeanien findet man hier.
  • Wer Fisch verzehrt, dem sei der Greenpeace-Fischratgeber empfohlen.

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