Zum 22. August 1864
Mit dem Genfer Abkommen „zur Verbesserung des Loses der Verwundeten auf dem Feld“ wurde völkerrechtliches Neuland betreten: Erstmals wurden völkerrechtliche Vereinbarungen – außerhalb von Friedensverträgen zwischen mehreren Staaten – nicht bilateral, sondern multilateral geschlossen und überdies auf einem Gebiet, das nicht staatliche Belange, sondern potenziell alle Bürger betraf. Es war der erste Schritt von dem an abstrakten Normen orientierten internationalen Staatenrecht zu dem an konkreten Bürger- und Menschenrechten orientierten Völkerrecht. 1877, während des russisch-türkischen Krieges, kam der rote Halbmond hinzu, weil der Sultan das christliche Symbol nicht respektieren wollte.

