Zum 21. März 2003

Abschluss der Arbeit der südafrikanischen Wahrheits- und Versöhnungskommission (Truth- and Reconciliation Commission, TRC)

Am 21. März 2003 kam die Arbeit der Wahrheits- und Versöhnungskommission in Südafrika zu ihrem endgültigen Abschluss. In einer feierlichen Zeremonie überreichte der Vorsitzende der Kommission, Kapstadts früherer Erzbischof Desmond Tutu, die zwei letzten Bände des Berichts an Präsident Thabo Mbeki. Darin finden sich Zusammenfassungen der rund 22.000 Fälle, die sich die Kommission zwischen 1996 und 1998 angehört hat. Die Kommission fordert die Regierung auf, ihr Versprechen für Reparationszahlungen an die Opfer schnell einzulösen. Umstritten war die Kommission, weil sie aussagewilligen Tätern Straffreiheit anbot, die Entschädigung der Opfer aber gering blieb. Als Verdienst der Kommission gilt aber, ein friedliches Forum für die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Menschenrechtsverletzungen geboten zu haben, auch wenn Zwangsumsiedlungen und in der Apartheid verweigerte Landrechte nicht behandelt wurden. Die Wahrheitskommission in Südafrika wurde zum Vorbild für die Aufarbeitung von Unrechtsregimen und fand Nachahmer in anderen Staaten. Eingesetzt worden ist die Wahrheits- und Versöhnungskommission, weil eine gerichtliche Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen, die während der Apartheid verübt worden waren, nicht durchsetzbar war.


RSS