Zum 19. Oktober 1984

Selbst im krisengewohnten Polen der Vorwendejahre war es ein Schock, als der Priester Jerzy Popieluszko am 19. Oktober 1984 entführt und später in einem Stausee tot aufgefunden wurde. Der Geistliche, Symbolfigur des antikommunistischen kirchlichen Widerstands nach dem Verbot der „Solidarnosc“, der ersten freien Gewerkschaft im Ostblock, hatte die ihm von Geheimpolizisten zugefügten Qualen nicht überlebt. Die weltweite Anteilnahme an der tagelangen Ungewissheit über das Schicksal des 37-Jährigen schlug in Trauer um. Hunderttausende nahmen an der Totenfeier in Warschau teil. In ganz Polen waren Millionen Menschen bestürzt über das brutale Ende des populären Geistlichen.

Papst Johannes Paul II. (1978–2005) würdigte Jerzy Popieluszko als „Verteidiger der Wahrheit, der Gerechtigkeit und der menschlichen Würde“.


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