Monarchfalter
Der MONARCHFALTER ist ein auffällig orange und schwarz gezeichneter Schmetterling aus der Familie der Edelfalter. Er ist in Amerika weit verbreitet und hat sich im 18. Jahrhundert über den Südpazifik bis nach Australien ausgebreitet. Der Monarchfalter ist der am besten erforschte Schmetterling Nordamerikas und ein berühmter Wanderfalter.
Schwärme von Monarchfaltern sind jeden Herbst ein grandioser Anblick in Orange und Schwarz: Zu Millionen fliegen sie von Kanada und den USA aus zum Überwintern rund 4000 Kilometer nach Mexiko. Da die Tiere nur wenige Wochen leben, braucht es mehrere Generationen, bis die Population die gesamte Strecke bewältigt. Die ein halbes Gramm wiegenden Tagfalter nehmen in den Wipfeln der Oyamel-Tannen Platz, um im milden Klima der zentralmexikanischen Hochlandwälder zu überwintern und Mitte April die Rückreise nach Kanada anzutreten.
Einem der Winterquartiere des Monarchfalters, dem Biosphärenreservat Mariposa Monarca an der Grenze zwischen den mexikanischen Bundesstaaten Michoacán und México, etwa 100 Kilometer nordwestlich von Mexiko-Stadt, verlieh die Unesco im Jahr 2008 den Rang eines Naturerbes. Obwohl das Gebiet streng geschützt ist, werden allerdings immer mehr „Überwinterungsbäume“ abgeholzt.
Ihre Population kann nur über die belegte Fläche gemessen werden. 2024/2025 bildeten sich acht Schmetterlingskolonien auf einer Waldfläche von 1,79 Hektar. 2023/2024 waren es 0,90 Hektar. Wenn auch die neuen Zahlen als ermutigend gelten, gehören sie doch zu den niedrigsten der vergangenen zehn Jahre. 1996/1997 hatten die Monarchfalter mit 18,19 Hektar mehr als die zehnfache Fläche belegt. In der Saison 2025/2026 registrierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler insgesamt neun Kolonien der Tiere, die zusammen eine Waldfläche von 2,93 Hektar besetzten. Das entspricht einem Anstieg von 64 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Fünf Kolonien lagen innerhalb des Biosphärenreservats Mariposa Monarca, vier weitere Kolonien befanden sich außerhalb der Schutzgebiete.
Laut der am 21. Juli 2022 von der Weltnaturschutzunion IUCN vorgestellten Aktualisierung der Roten Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten wurde der Wandernde Monarchfalter als stark gefährdet eingestuft. Die Unterart des Monarchfalters wurde zum ersten Mal untersucht. Die Wanderung der orangenen Schmetterlinge von Kanada und den USA nach Mexiko und Kalifornien ist ein Naturphänomen in Gefahr: Vor allem der westliche Bestand steht vor dem Aus. Von geschätzten zehn Millionen Schmetterlingen in den 1980ern verbleiben dort nur noch um die 1.900.
Auch viele Falter Mitteleuropas begeben sich im Herbst auf lange Wanderungen, zum Beispiel der Distelfalter, der Admiral, der Postillon, der Totenkopfschwärmer, der Windenschwärmer, das Taubenschwänzchen, der Hummelschwärmer und die Gamma-Eule. Sogar Kohlweißlinge, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs und andere Falterarten begeben sich auf Reisen, allerdings legen sie nur Kurzstrecken zurück. Wenn sich also im Herbst die Schwalben auf den Telegrafenleitungen versammeln und am Himmel die ersten Kraniche auf ihrem Weg nach Süden auftauchen, sollte man seinen Blick auch einmal ein paar Etagen tiefer lenken. Denn dort sind in nur wenigen Metern Höhe zahlreiche wandernde Schmetterlinge auf ihrem Weg in die Überwinterungsquartiere unterwegs.

