Gräser

„Gräser sind unterschätzte Alleskönner. Sie zählen zu den unscheinbarsten, zugleich aber bedeutendsten Pflanzen unserer Erde. Während wir sie im Alltag oft nur als Rasen wahrnehmen, können sie im Garten zu stillen Alltagshelden mit großem Potenzial für die Biologische Vielfalt werden, sofern wir ihnen den Raum zum Wachsen geben.

Gräser sind mit rund 20 Prozent die häufigsten Pflanzen der Flora auf unserem Planeten. Es gibt sie in 10.000 bis 15.000 Wildarten und sie bedecken 40 Prozent der Landmasse nur mit Ausnahme der Antarktis. Sie bieten besonders in den riesigen Ökosystemen der Prärien, Steppen und Savannen Lebensraum für zahllose Tierarten, speichern etwa ein Drittel der globalen terrestrischen Kohlenstoffvorräte, erzeugen Sauerstoff, schaffen und stabilisieren fruchtbaren Boden. Darüber hinaus stehen sie aktuell im Fokus der Wissenschaft, weil die großen Grasländer weltweit zunehmender Zerstörung durch Übernutzung, Bebauung und Klimawandel ausgesetzt sind. Sie ernähren mehr Tierarten als jede andere Pflanzengruppe. Und als Getreidearten sind sie Nahrung von Nutztieren und die Grundlage der menschlichen Zivilisation.“

Aus dem Artikel „Oasen im Rasen. Die Wunderwelt der Gräser“ von Ilona Ziffus, in: LBV magazin. Vogel- und Naturschutz in Bayern 1/2026, S. 36f.


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