Der Skandal des Reichtums: 16./17. KW

____________________________________________________________________________________________________________

Allein angesichts der Hunderte von Millionen Menschen auf unserer Erde, denen es am Lebensnotwendigsten fehlt, ist Reichtum ein Skandal.

Und er ist das wohl größte Hindernis für ein beglückendes Leben im Einklang mit der Welt:

Glückselig die Armen [die, die nicht mehr haben, als sie brauchen],
denn ihrer ist das Reich Gottes.

Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr,
als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.

Jesus von Nazaret

(Matthäus 5,3 / Lukas 6,20b  |  Markus 10,25)

„…ihrer ist das Reich Gottes“ = sie haben am Reich Gottes teil, an einer guten, Reichtum kategorisch ausschließenden Existenzweise der Verbundenheit mit allen Menschen und mit der ganzen Welt.

____________________________________________________________________________________________________________

Zum Börsenschluss am Freitag, 17. April 2026

 

Die Welt wird von einer Handvoll Tyrannen zerstört
und von Myriaden solidarischer Brüder und Schwestern aufrechterhalten.

Papst Leo XIV. bei einem Besuch in Kamerun im April 2026

 

„Auf diesen ‚Trickle-down-Effekt‘ warten wir nun seit 30 Jahren“, so der sarkastische Kommentar des Wirtschaftsnobelpreisträgers Paul Krugman. In Wahrheit sei das Gegenteil der Fall: die Vermögenden wurden reicher, die Armen ärmer. In Deutschland wie in der Welt. Einzig die Haushaltsdefizite der Länder nahmen zu.

Aus dem Artikel „Zombie der Neoliberalen. Den ‚Trickle-down-Effekt‘ gibt es nicht“ von Thomas Gebauer in der Frankfurter Rundschau vom 15. April 2026

 

Informationen zur Gesamtthematik finden Sie hier.

____________________________________________________________________________________________________________

Zum Börsenschluss am Freitag, 10. April 2026

 

True compassion is more than flinging a coin to a beggar. It comes to see that an edifice which produces beggars needs restructuring. A true revolution of values will soon look uneasily on the glaring contrast of poverty and wealth.

Wahre Solidarität ist mehr als die Münze, die man dem Bettler hinwirft. Sie kommt zu der Einsicht, dass ein Haus, das Bettler hervorbringt, umgebaut werden muss. Eine echte Revolution der Werte wird den schreienden Gegensatz von Armut und Reichtum sehr bald mit großer Unruhe betrachten.

Aus der Rede, die Martin Luther King am 4. April 1967, genau ein Jahr vor seiner Ermordung, in der New Yorker Riverside Church gehalten hat („Riverside-Rede“)

 

Laut einer am 5. April 2026 veröffentlichten Analyse des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY schütten die 40 im Deutschen Aktienindex gelisteten Konzerne in diesem Jahr mehr Geld an ihre Aktionäre aus als je zuvor, nämlich insgesamt 55,3 Milliarden Euro, 3,1 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr.

Als Dividende wird in der Wirtschaft der Teil des Gewinns bezeichnet, den ein börsennotiertes Unternehmen an seine Aktionär:innen ausschüttet, also an Menschen, die Aktien dieses Unternehmens erworben haben, um an seinem Gewinn beteiligt zu werden und auf diese Weise – leistungslos – ihr Geldvermögen noch weiter zu erhöhen.

____________________________________________________________________________________________________________

Zum Börsenschluss am Freitag, 27. März 2026

 

Das Privateigentum ist für niemand ein unbedingtes und unumschränktes Recht. Niemand ist befugt, seinen Überfluss ausschließlich sich selbst vorzubehalten, wo andern das Notwendigste fehlt.

Papst Paul VI., Enzyklika „Populorum progressio“ (Über die Entwicklung der Völker) vom 26. März 1967 (Nr. 23)

 

Dem World Inequality Report 2026 zufolge besitzen die obersten 0,001 Prozent (etwa 56.000 Erwachsene) dreimal so viel Vermögen wie die Hälfte der gesamten Weltbevölkerung zusammen.

____________________________________________________________________________________________________________

Zum Börsenschluss am Freitag, 20. März 2026

 

In der BRD hat der Gesetzgeber das Existenzminimum gesetzlich festgelegt.
Das Existenzmaximum nicht.

Aus einem Leserbrief in der Frankfurter Rundschau vom 18. Februar 2016

 

Laut dem am 12. März 2026 veröffentlichten Geschäftsbericht der Deutschen Bank erhielt Vorstandschef Christian Sewing für 2025 eine Gesamtvergütung von knapp 10,5 Millionen Euro, rund 740.000 Euro mehr als im Vorjahr. Fabrizio Campelli, Chef der Investmentbank, kam auf ein Gehalt von knapp 9,3 Millionen Euro. 658 Banker bekamen Gesamtbezüge von einer Million Euro oder mehr, davon erhielten 123 zwischen 1,5 und knapp 2 Millionen Euro. Zwei namentlich nicht genannte Banker bekamen laut Geschäftsbericht zwischen 11 und knapp 12 Millionen Euro und einer sogar zwischen 18 und fast 19 Millionen Euro.

____________________________________________________________________________________________________________

Zum Börsenschluss am Freitag, 13. März 2026

 

In der Existenzweise des Habens findet der Mensch sein Glück in der Überlegenheit gegenüber anderen, in seinem Machtbewusstsein und in letzter Konsequenz in seiner Fähigkeit, zu erobern, zu rauben und zu töten.
In der Existenzweise des Seins liegt es im Lieben, Teilen, Geben.

Erich Fromm (23. März 1900 – 18. März 1980, Psychoanalytiker und Philosoph)

 

Laut der am 12. März 2026 veröffentlichten 40. „Forbes“-Liste der Reichen besitzen derzeit 3428 Personen ein Vermögen von mindestens einer Milliarde US-Dollar, 400 mehr als im Jahr 2025 und so viele wie noch nie seit Einführung der Liste im Jahr 1987. Auf Platz 1 liegt Elon Musk, Chef des Raumfahrtkonzerns SpaceX und des Elektroautobauers Tesla, mit einem geschätzten Vermögen von 839 Milliarden Dollar (rund 725 Milliarden Euro); es folgen die Google-Ko-Gründer Larry Page (257 Milliarden Dollar) und Sergey Brin (237 Milliarden Dollar), Amazon-Chef Jeff Bezos (224 Milliarden Dollar) sowie Meta-Chef Mark Zuckerberg (222 Milliarden Dollar); reichster Deutscher ist Lidl-Chef Dieter Schwarz (67 Milliarden Dollar), er liegt auf Platz 29.

____________________________________________________________________________________________________________

Zum Börsenschluss am Freitag, 6. März 2026

 

Ich glaube nicht an die Macht,
die aus Reichtum und Privilegien erwächst,
noch an irgendeine bestehende Ordnung,
die Menschen versklavt.

Ich glaube, dass eine auf Gewalt und Ungerechtigkeit
gegründete Ordnung keine Ordnung ist.

Ich glaube an die Schönheit der Einfachheit,
an Liebe mit offenen Händen,
an Frieden auf Erden.

Aus dem Glaubensbekenntnis der Weltversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung vom 5. bis 12. März 1990 in Seoul (Südkorea)

 

Klaus Willemsen, Ökonomen enthüllen 200 Jahre alten Trick: Warum Grundbesitzer immer gewinnen, in: Frankfurter Rundschau vom 4. März 2026

____________________________________________________________________________________________________________

Zum Börsenschluss am Freitag, 20. Februar 2026

 

Die Arbeiterschaft muss durch einen vernünftigen Sozialismus aus ihrem Zustand niedrigster Sklaverei befreit werden. Das Truggebilde der autarken Wirtschaft muss in Europa verschwinden. Jedes Volk, jeder Einzelne hat ein Recht auf die Güter der Welt!

Aus dem 6. Flugblatt der Widerstandsbewegung Die Weiße Rose vom Januar 1943, an dem außer Hans Scholl und Alexander Schmorell erstmals auch die weiteren Kernmitglieder der Weißen Rose Sophie Scholl, Christoph Probst, Willi Graf und Kurt Huber beteiligt waren (Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst sind am 22. Februar 1943 hingerichtet worden)

 

Milliardär*innen dominieren zudem zunehmend Medien und die KI. Über die Hälfte der weltweit größten Medienunternehmen gehören Milliardär*innen und neun der zehn größten Social-Media-Unternehmen der Welt werden von nur sechs Milliardären geführt. Acht der zehn größten KI-Unternehmen sind im Besitz von Milliardär*innen, wobei nur drei von ihnen fast 90 Prozent des Marktes für KI-Chatbots beherrschen. Eine solche Konzentration des Eigentums an Medien ist eine direkte Bedrohung für die Demokratie, da freie und unabhängige Medien ein Grundprinzip einer demokratischen Gesellschaft sind. Medien spielen eine wesentliche Rolle dabei, mächtige Akteure, insbesondere Politiker*innen und Unternehmen, zur Rechenschaft zu ziehen. Diese Rolle der Medien ist gefährdet, wenn ihre Inhaber*innen enge Verbündete derjenigen sind, die sie eigentlich in die Pflicht nehmen sollten, und die öffentliche Debatte im Sinne ihrer eigenen Interessen entscheidend beeinflussen. Das macht einige wenige Menschen extrem mächtig und schränkt die Bandbreite der Perspektiven ein, was die Qualität der öffentlichen Debatte und die Rechenschaftspflicht weiter untergräbt.

Aus: Die Zerreißprobe. Wie extreme soziale Ungleichheit die Demokratie gefährdet, herausgegeben von Oxfam Deutschland e.V., S. 6

____________________________________________________________________________________________________________

Zum Börsenschluss am Freitag, 13. Februar 2026

 

Alle Reichtümer stammen aus Ungerechtigkeit,
und ohne dass jemand verloren hat, kann der andere nicht finden.

Hieronymus (347–420 n. Chr., Gelehrter und Theologe der alten Kirche)

 

Thomas Borchert, Rendite durch Rüstung. Norwegen investiert mit seinem Ölfonds in Big-Tech-Firmen in den USA und lockert dafür ethische Richtlinien, Frankfurter Rundschau vom 13. Februar 2026

____________________________________________________________________________________________________________

Zum Börsenschluss am Freitag, 6. Februar 2026

 

Quis sit divitiarum modus quaeris?
primus habere quod necesse est,
proximus quod sat est.

Was ist des Reichtums Maß, fragst du?
Das erste, besitzen, was notwendig ist,
das nächste, was genug ist.

Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr.–65 n.Chr., römischer Philosoph und Schriftsteller), Epistulae morales 2,6

 

Unser Bericht enthält neue Daten, die das Ausmaß des Vermögensübergangs von einer Generation zur nächsten zeigen. Global werden in den kommenden zehn Jahren mehr als 70 Billionen Dollar weitergegeben, weitgehend steuerfrei. Unser Bericht warnt also eindeutig davor, dass es zu einer Zunahme der vererbten Ungleichheit kommt. In den kommenden 30 Jahren würden allein rund 1000 Milliardäre mehr als 5,2 Billionen Dollar erben, weitgehend steuerfrei. Das sind nicht die erfolgreichen Menschen dieser Generation, sondern diejenigen, die sich die richtigen Eltern ausgesucht haben. Und dieses Problem verschärft sich zunehmend. Und schließlich untergräbt es unser Gefühl für Fairness. Wir sprechen von Chancengleichheit. Wenn einige Millionen von Dollar erben, andere aber gar nichts, dann gibt es aber keine Chancengleichheit. Das schafft eine Kluft in unserer Gesellschaft, die nur schwer zu heilen sein wird.

Joseph Stiglitz in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau vom 21. November 2025 über den unter seiner Leitung erstellten und am 4. November 2025 den G20 vorgestellten Bericht zur weltweiten Ungleichheit

Diesem Bericht zufolge landeten 41 Prozent des zwischen 2000 und 2024 neu entstandenen Reichtums beim reichsten ein Prozent der Vermögenden, während die ärmere Hälfte der Menschheit lediglich ein Prozent erhielt.

____________________________________________________________________________________________________________

Zum Börsenschluss am Freitag, 30. Januar 2026

 

The earth provides enough to satisfy every man’s needs, but not every man’s greed.
Die Erde bietet genug, um jedermanns Bedürfnisse zu befriedigen, aber nicht jedermanns Gier.

Mohandas „Mahatma“ Gandhi (* 1869, + 30. Januar 1948, indischer Rechtsanwalt, Widerstandskämpfer, Pazifist)

 

Wie der am 19. Januar 2026 anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos von der Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam veröffentlichte Bericht „Resisting the Rule of the Rich” feststellt, hat das Gesamtvermögen der Milliardär:innen weltweit seit März 2020 inflationsbereinigt um 81 Prozent oder 8,2 Billionen US-Dollar zugelegt und einen neuen Höchstwert von 18,3 Billionen US-Dollar erreicht, während fast die Hälfte der Weltbevölkerung, rund 3,8 Milliarden Menschen, in Armut lebt, nämlich von weniger als 8,30 US-Dollar pro Tag.
In Deutschland ist die Gesamtzahl der Milliardär:innen im Jahr 2025 demnach um ein Drittel auf 172 gestiegen und ihr Gesamtvermögen inflationsbereinigt um 30 Prozent auf 840,2 Milliarden US-Dollar angewachsen, während gleichzeitig etwa ein Fünftel der Menschen in Deutschland von Armut betroffen ist.

____________________________________________________________________________________________________________

Zum Börsenschluss am Freitag, 23. Januar 2026

 

„Für eine gerechte Welt.
Ohne Armut.“
Und ohne Reichtum.

Von uns ergänztes Motto von Oxfam Deutschland

 

Wie der am 19. Januar 2026 anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos von der Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam veröffentlichte Bericht „Resisting the Rule of the Rich” feststellt, ist das Vermögen der Milliardär*innen weltweit im Jahr 2025 dreimal so schnell gewachsen wie in den Jahren davor, nämlich um 2,5 Billionen US-Dollar, und hat den neuen Höchstwert von 18,3 Billionen US-Dollar erreicht. Dieser Anstieg in nur einem Jahr entspricht fast dem gesamten Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung (4,1 Milliarden Menschen). Während die ärmere Hälfte der Bevölkerung nur 0,52 Prozent des weltweiten Vermögens besitzt, verfügt das reichste Prozent über 43,8 Prozent des weltweiten Vermögens.

____________________________________________________________________________________________________________

Zum Börsenschluss am Freitag, 16. Januar 2026

 

In aller Objektivität müssen wir zugeben, dass der Kapitalismus oft eine Kluft von Überfluss und Armut aufgerissen hat. Er schuf Bedingungen, die den Massen das Notwendigste vorenthielten, um den Luxus der wenigen zu ermöglichen.

Martin Luther King (1929–1968, US-amerikanischer Baptistenpastor und Bürgerrechtler); am dritten Montag im Januar wird seit 1986 in allen US-Staaten jedes Jahr zum Gedenken an den Geburtstag Martin Luther Kings am 15. Januar 1929 der Martin Luther King Day begangen.

 

Laut einer am 10. Januar 2026 von der Entwicklungsorganisation Oxfam veröffentlichten Berechnung hat das reichste Prozent der Weltbevölkerung bereits am 10. Januar 2026, dem diesjährigen „Pollutocrat Day”, seinen fairen Anteil am Treibhausgasbudget für das Jahr 2026 ausgeschöpft, also die Menge an CO2, die pro Kopf jährlich emittiert werden darf, um die Erderwärmung im langfristigen Durchschnitt auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen. Dies „macht deutlich, wie unverhältnismäßig stark die Reichen und Superreichen für die Klimakrise verantwortlich sind“, so Oxfam.

____________________________________________________________________________________________________________

Zum Börsenschluss am Freitag, 9. Januar 2026

 

Reichtum und Armut sind gleichmäßig verkehrte Zustände;
sie gehören nicht in einen geordneten Staat,
sie sind mit dem Bürger- und Völkerfrieden unvereinbar.

Silvio Gesell (17. März 1862 – 11. März 1930, deutscher Kaufmann, Finanztheoretiker, Sozialreformer und Begründer der Freiwirtschaftslehre), aus „Die Natürliche Wirtschaftsordnung“ (1920)

 

Laut einem am 23. Dezember 2025 veröffentlichten Vermögensranking der US-Nachrichtenagentur Bloomberg erhöhte sich das Vermögen der 25 reichsten Familien der Welt im Jahr 2025 um rund 682.458 Dollar (581.577 Euro) – pro Minute, nämlich um 358,7 Milliarden Dollar auf insgesamt 2,9 Billionen Dollar (eine Zahl mit zwölf Nullen). Reichste Familie der Welt sind die Erben des US-Handelsriesen Walmart mit einem Vermögen von 513,4 Milliarden Dollar, reichste deutsche Familien die Quandt-Erben Susanne Klatten und Stefan Quandt mit einem geschätzten Vermögen von 61,3 Milliarden Dollar sowie die Erben des Aldi-Imperiums mit einem Vermögen von 55,2 Milliarden Dollar.

____________________________________________________________________________________________________________

 

Beispiele für das Vorjahr finden Sie hier.


RSS