Eisberge

Im Allgemeinen sind EISBERGE weiß. Die weiße Farbe wird durch die Reflexion des Lichtes an der im Eis eingeschlossenen Luft hervorgerufen. Oft sind sie von blauen Adern mit klarem Eis durchzogen. Dieses Eis ist Schmelzwasser, das in Gletscherspalten eingedrungen ist und später wieder gefror. Gelegentlich treten auch blaue und grüne Eisberge auf. Die Ursache dieser Färbung ist noch unbekannt. Wenn sich die Sonnenstrahlen in den Eisbergen brechen, schimmern sie in verschiedenen Farben. Grandios. Ein Eisberg ist ein Juwel.

Forscher des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung haben in der Antarktis einen musikalischen Eisberg entdeckt. Mit einer Frequenz von 0,5 Hertz seien die Töne zwar für Menschen zunächst nicht hörbar. Schneller abgespielt, klängen sie jedoch wie ein Bienenschwarm oder ein sich warm spielendes Orchester, berichteten die Forscher. „Das Wasser drängt mit großem Druck durch seine Gletscherspalten und Tunnel, und der Eisberg beginnt zu singen“, sagte die Wissenschaftlerin Vera Schlindwein.

Der A23a genannte Eisberg im Südpolarmeer, mit einer Fläche von rund 3.400 bis 4000 Quadratkilometern der größte Eisberg der Welt (eine Fläche größer als die Insel Mallorca), kalbte 1986 vom Filchner-Ronne-Schelfeis der Antarktis ab. Ab 2020 setzte er sich in Bewegung und driftete im Jahr 2023 ins offene Meer. Inzwischen hat er hunderte Quadratkilometer große Eisstücke verloren. Im September 2025 wurde der Hauptkörper des Eisbergs auf rund 1700 Quadratkilometer geschätzt, bevor er weiter schmolz. Derzeit (Januar 2026) misst A23a nur noch etwa 1000 Quadratkilometer, was einem Verlust von etwa drei Vierteln seiner ursprünglichen Fläche entspricht. Beschleunigt wird der Prozess durch höhere Meerestemperaturen und längere Perioden mit Schmelzwasserbelastung im Zusammenhang mit der von Menschen verursachten Klimaveränderung.

 

  • Esther Gonstalla, Das Eisbuch. Alles, was man wissen muss, in 50 Grafiken, Oekom Verlag, München 2021

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